„Nein! Zum Sexkaufverbot des Nordischen Modells

„Nein! Zum Sexkaufverbot des Nordischen Modells
01.10.2020
Pressemitteilung

Cemile Giousouf „Ich begrüße die Antragsinitiative der NRW-Koalition im Landtag von Nordrhein Westfalen,

die Vorschlägen der Illegalisierung der Prostitution durch Einführung des sogenannten „Nordischen Modells“ einen Riegel vorschiebt.“

Im „Nordischen Modell“   wird der Freier bestraft und dadurch die Möglichkeit legaler Prostitution verboten. Es geht von der Annahme aus, dass sexuelle Dienstleistungen für Geld per se Gewalt darstellen. Mit dem dadurch faktisch erlassenen „Sexkaufverbot“ wird die Erwartung verbunden, es gebe keine Prostitution. Studien können dies nicht bestätigen, vielmehr ist davon auszugehen, dass diese stattdessen im „Dunkelfeld“ stattfindet. Statt Verbote zu fordern, die lediglich einen Signalwert haben, in ihrer Effektivität aber zweifelhaft sind, müssen die Rechte von Prostituierten gestärkt und Maßnahmen entwickelt werden, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern

Klar ist für die Frauen Union, dass Prostitution deutlich von Zwangsprostitution und von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung zu trennen sind. Zwangsprostitution und Menschenhandel lehnen wir ab und diese werden mit allen Mitteln des Rechtsstaates sowie weiteren Ansätzen bekämpft. Ein Sexkaufverbot würde auch diese Bestrebungen konterkarieren.

Unser Ziel ist es, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, ausbeuterische Geschäftskonzepte wie zum Beispiel Flatrate-Modelle und alle Modelle, die der sexuellen Selbstbestimmung der Prostituierten zuwiderlaufen, auszuschließen.

Cemile Giousouf weiter: „Das ‚Nordische Modell‘ schützt Frauen nicht, es macht sie vielmehr unsichtbar und damit für Behörden und Fachberatungsstellen nicht mehr erreichbar. Wir wollen Prostituierte schützen, sie aus dem Dunkelfeld in das Hellfeld holen. Ein Kurswechsel hin zum Nordischen Modell ist daher der falsche Ansatz.“

Dazu sieht der Antrag „Nein! Zum Sexkaufverbot des Nordischen Modells – Betroffenen helfen und nicht in die Illegalität abschieben“ eine Vielzahl von Maßnahmen vor, u.a. die Reform des Bundesprostituiertenschutzgesetzes unter Einbeziehung der gemachten Erfahrungen seit Inkrafttreten 2017.