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HAGEN

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Zeugen und Zeugnisse in 50 Jahren CDU-Geschichte

Konrad Adenauer über Dr. Luise Rehling: Ne jute Frau

Horst Kniese über Werner Gerber zum 70. Geburtstag: Sie waren alle da, die Sekretärinnen langer Jahre, von denen er sagt, daß ohne sie das alles, was ihm nun nachgerühmt wird, nicht gegangen sei. Einige Notizen hinterlassen, und alles lief. Denn "nebenbei" war die Kommunalpolitik sachkundig zu beherrschen, waren in seiner Partei, der CDU, kommunale und andere Akzente zu setzen. Als Synodaler seine Pflicht zu tun, war für ihn mehr als nur die Fortsetzung kirchlicher Kärrnerei als Chef der Verwaltung des evangelischen Kirchenkreises. Sein Präses dankte es ihm. Wo die Zeit, sein Zeit, herkam, auch noch in gründlichen Bohrversuchen in die Kirchengeschichte der Heimat einzudringen, die Welt um den Mäzen Osthaus und das Folkwang auszuhellen, ist ebenso wie die Frist für die genußvolle Muße, die er neuerdings seiner Kalendergeschichten widmet. Oberbürgermeister Lothar Wrede über Ewald Sasse: Ewald Sasse wird man in Hagen nicht vergessen können, denn die Spuren seines Wirkens begegnen uns auf Schritt und Tritt. Dieser Mann ist ein Stück Stadtgeschichte. Liedelotte Funcke über Otto Rippel: Otto Rippel, Verlagsbuchhändler, kandidierte 1924 an zweiter Stelle auf der Liste der Deutschnationalen Volkspartei und führte, nachdem er 1928 aus dem Reichstag ausgeschieden war, die Liste des Christlichsozialen Volksdienstes an. 1932 erlangte er kein neues Mandat mehr, aber gehörte nach dem 2. Weltkrieg in Hagen zu den Männern der ersten Stunde, war Mitgründer der CDU und vertrat sie 1946 bis 1950 im nordrhein-westfälischen Landtag... Das Register seiner Reichstagsreden ist recht vielseitig: Alkoholmißbrauch, Zollfragen, Arbeitsdienstpflicht, Zündholzsperrgesetz, Versicherungswesen, Aufsichtsratssitze der Reichstagsabgeordneten, Reparationen, Tabaksteuer und Kartellfragen. Seine Reden waren von ruhiger Sachlichkeit und Verständlichkeit und lassen den ebenso geübten wie persönlich engagierten Sprecher erkennen. Pierre Pflimlin über Dr. Luise Rehling: Sie war Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates seit 1950. Wir haben erlebt, wie sie ihr Mandat ausübte mit einem Eifer, wahrhaftiges bewundernswert. Als Vizepräsidentin des Kulturausschusses widmete sie sich diesen Problemen, deren fundamentale Bedeutung ihr wichtig erschienen, mit einer Hingabe, die uns sehr oft die Gelegenheit gab, sie zu schätzen. Lieselotte Funcke über Dr. Luise Rehling: Der Ehefrau und Mutter standen Fragen des Familienrechts, der Familienpolitik und des Schulwesens besonders nahe, doch wuchs sie zugleich mit der ihr eigenen persönlichen Unmittelbarkeit und sachlichen Distanz in die Europapolitik hinein, was ihr um so leichter fiel, als sie Englisch und Französisch gut beherrschte. Ihre reden zum Deutschen-Vertrag, zum Schuman-Plan und zur europäischen Integration sowie zum Familienrecht und anderen innenpolitischen Fragen zeigen die kluge, lebensnahe und zugleich das Ganze überschauende Frau. Wolfgang Riedel über Paul Fried Brand: Kein windiger Aufschneider, sondern ein grundsolider Schaffer, kein Vielversprecher, sondern einer, auf dem man sich verlassen kann. Horst Kniese über Paul Fried Brand: An seinem Anfang am 1. April 1961, als er den Dienst als Kreisgeschäftsführer der CDU antrat, hat auch Werner Gerber eine Rolle gespielt. "Wir halten Sie es mit der Union?" hatte der ihn beim sogenannten "Einstellungsgespräch" in einem größeren Kreis die für Gerber wohl wichtigste Frage gestellt. Brandt hat dann seine Überzeugung dargelegt. Später habe vor allem Gerber ihn seine Unterstützung angedeihen lassen. Herbert P. Reuter über Wilhelm Hefer: So sehr Wilhelm Hefer auch "seiner Kammer" beruflich verbunden ist, der Techniker (und Mathematiker aus Leidenschaft) hat sich nie gescheut, politische Verantwortung zu tragen. Er zählt zu den Mitbegründern der CDU in Hagen, ist Mitglied des Kreisvorstandes und Vorsitzender der Ortsunion Boelerheide. Seit 1952 gehört er dem Rat der Stadt an, war von 1964 bis 1969 Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters und hat vor allem in dieser Zeit die Stadt Hagen sehr würdig zu repräsentieren gewußt. Hildegard Kniprath über Carl Kniprath: Kennzeichnend für diesen Caritasmann war, daß er nicht eher ruhte, bis er dem Hilfesuchenden geholfen hatte durch die Tat und nicht nur mit schönen Worten. Es wurde ihm nichts zuviel, und er scheute keine Mühen, wenn es galt zu helfen. Superintendent Dr. Hans Berthold über Werner Gerber: Es gibt in jeder Sprache Wörter, die unübersetzbar sind. Man kann sie in einer anderen Sprache zwar umschreiben, aber es fehlt in der Fremdsprache der treffende Ausdruck, der dem Inhalt dieses Wortes genau entspricht. Das gilt zum Beispiel für das französische Wort "esprit", für das englische Wort "gentleman", für die typisch deutschen Wörter "Heimat" und "Gemütlichkeit" und interessanterweise auch für das ganz und gar deutsche Wort "Zielstrebigkeit". Richard Althaus über Alfons Rehkopp: Weithin bekannt wurde er durch seine literarische Tätigkeit. Sein "Beamten-Brevier" verrät schon im Titel, daß es mehr ist eben nur ein Fachbuch. Und sein "Verwaltungslehrling" erlebte gerade im Geburtsjahr (1976, die Red.) die 15. Auflage. Sein urbanes Engagement schlägt sich nieder in den beiden repräsentativen Büchern "Die Stadt und ihre Bürger" und in dem Bildband "Unsterbliche Stadt - 5.000 Jahre Stadtkultur". Daß er es hierbei nicht bei Worten bewenden ließ, davon zeugt u. .a der den Gehalt des Rathausplatzes bestimmende Mataré-Brunnen, den die Stadt vor allem ihm zu verdanken hat. Günther Steinbeck über Ewald Sasse: Ich selbst habe nie unter Ewald Sasse gearbeitet, aber als ich 1955 nach Hagen kam, spürte ich bald die Zeichen seines Wirkens in der Verwaltung. Ewald Sasse hat die Verwaltung in der Nachkriegszeit unverkennbare Züge aufgeprägt. Sie wirken noch heute fort. Er hat in seinen jungen Jahren viel gelernt und oft von seinem großen Vorbild Cuno erzählt. Cunos Aktivität, Cunos Fleiß, Cunos politische Tätigkeit, alles war ihm in gewisser Weise Vorbild, aber doch wieder anders, eben in der Art eines Ewald Sasse.


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