Sie sind hier:
Glänzender Neujahrsempfang der CDU Hagen - Wolfgang Bosbach begeisterte

Das war ein guter Griff: Die CDU Hagen und hier federführend Tobias Fischer, Vorsitzender der Jungen CDA Hagen, hatte Wolfgang Bosbach, den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zum Neujahrsempfang nach Hagen geladen. Und offensichtlich hatte man diesen Besucheransturm nicht erwartet, bis zum Bersten voll war es bei "Beckmann auf der Heide", sodass der Gast sich regelrecht durchkämpfen musste. In ihrem Grußwort lobte Kreisvorsitzende Carmen Knollmann die Reaktion der Bundesregierung auf die momentane Finanzkrise. Es gebe viele Reaktionsmöglichkeiten, Angela Merkel habe sich für die einzig richtige entschieden, nämlich zu handeln. Auch Hagen erwarte dringend benötigte Hilfe durch Teilhabe am Konsolidierungspaket und durch Wolfgang Röspel, Fraktionsvorsitzender, seien bereits erste Schritte konkret angedacht worden. Wolfgang Bosbach, nach eigenem Bekunden frisch aus dem Wahlkampf in Hessen nach Hagen gereist, gab dann auch viel von seinen eigenen Erfahrungen weiter: "Das beste Werbemittel im Wahlkampf ist ein gutes Argument." Zur Landtagswahl in Hessen zitierte er Winston Churchill: "Wenn Du den Charakter eines Menschen kennen lernen willst, gib ihm Macht. Frau Ypsilanti hatte nur einmal in ihrem Leben Macht." Und brachte damit zum Ausdruck, dass für ihn nur eine ehrliche Politik infrage kommt. Das Thema Finanzkrise arbeitete er regelrecht ab und machte dabei auf leicht verständliche und unnachahmliche rheinische Art deutlich, worauf Deutschland sich jetzt besinnen muss. "Deutschland war mal führende Wirtschaftsnation, da müssen wir wieder hin." Am Beispiel Baden-Württembergs, das mehr Werkzeugmaschinenexporte weltweit aufweisen kann als die USA, verdeutlichte er: "Die beste Investition ist die in die Köpfe unserer Kinder", mahnte er verstärkte Bildungsmaßnahmen an. Und erläuterte gleich anschließend, warum dies für die Wettbewerbsfähigkeit so entscheidend ist: "Welches Land hat die größte private Bank, die größte Versicherung, die größte private Telekommunikationsgesellschaft: China. Deshalb diktiert China auch den Wettbewerb." Auch die Schnelllebigkeit im Zuge der Globalisierung zeichnete er treffend: "Alle 5 Minuten gibt es eine neue medizinische Entdeckung, alle 3 Minuten wird ein neuer physikalischer Zusammenhang gefunden." Deshalb könne Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit nur mit "Hightech aus dem Kopf" erhalten und steigern. Kritik gab es von Bosbach an der ständigen Diskussion um soziale Gerechtigkeit, die sich fast ausschließlich an Transferleistungen des Staates ausrichte. Er verlangte auch eine soziale Gerechtigkeit für Arbeitnehmer: " Es muss sich lohnen, wenn jemand jeden Morgen um 6 Uhr durch das Werktor geht. Ein Arbeitnehmer muss mehr bekommen als jemand, der auf staatliche Hilfe angewiesen ist, sonst lohnt sich das Arbeiten nicht", sprach er sich für steuerliche Entlastung der mittleren Einkommen aus. Den meisten Beifall bekam Wolfgang Bosbach, als er Diskrepanzen beim mittlerweile 20 Jahre alten Solidaritätszuschlag aufzeigte: "Damals war die Sichtweise richtig, den Aufbau Ost vor dem Ausbau West zu betreiben. Heute haben sich die Verhältnisse zu einem großen Teil verschoben." Aus Mülheim war auch OB-Kandidat Jörg Dehm angereist, der es sich ebenfalls nicht nehmen ließ, seine Vorstellungen zu skizzieren. Er mahnte an, pragmatische Vergabemöglichkeiten an heimische Unternehmen zu schaffen: "Wir sprechen immer wieder die ansässigen Unternehmer an, wenn es um Sponsoring geht, aber wenn öffentliche Aufträge vergeben werden, erhalten sie zu selten den Zuschlag." Sehr erfreut zeigte Jörg Dehm sich von der neuen Kooperation der Herren Diegel und Demnitz: "Das ist die einzige Chance für Hagen." Abschließend gab er auch sein Wahlkampfmotto bekannt: "Für diese Stadt mit aller Kraft - gemeinsam machen wir Hagen stark"
