CDU sucht Wahlkampf jenseits roter Gummibärchen
Gerbersmann will Lösung für Kindergärten weiter im Konsens finden
Hagen - "Jedes Hagener Kind wird einen Kindergartenplatz bekommen." Darüber hinaus wird es mit mir auch kein Reduzierung des Angebotes auf den reinen Regelkindergarten geben." Mit dieser Zusicherung schaltete sich am Mittwoch der CDU-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat Christoph Gerbersmann in die aktuelle öffentliche Diskussion um die Zukunft der Hagener Kindergärten ein.
Er tritt auch Behauptungen der SPD entgegen, wonach bereits in einer Vorlage festgelegt sei, dass sich die Versorgung mit Kindergartenplätzen in Hagen verschlechtern soll. "Es ist bedauerlich, dass sich die SPD im Augenblick nicht zu fein ist, den scheidenden Oberbürgermeister Wilfried Horn noch in einen unsachlichen Gefühlswahlkampf hinein zu ziehen. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Wählerinnen und Wähler in der Stadt diese Flucht vor der eigenen Ideen- und Konzeptlosigkeit durchschauen, selbst wenn sie mit Äpfeln und roten Gummibärchen geködert werden."
Richtig sei, so CDU-Ratsmitglied Willi Strüwer, dass im Berger-Gutachten eine Einsparmaßnahme bei den Kindergärten in Höhe von 4,1 Millionen Euro vorgeschlagen wird: "Ob sich diese Einsparungen allerdings tatsächlich in voller Höhe realisieren lasse, ohne dass entscheidende Einschnitte vorgenommen werden müssten, hat Roland Berger nicht ermittelt. Darüber ist auch noch nicht abschließend im Rat entschieden worden. Es gibt einen einstimmigen Beschluss des Jugendhilfeausschusses, jeden geplanten konkreten Einsparungsvorschlag auf Sachlichkeit und Fachlichkeit zu überprüfen. Die CDU wird keine gegen die Kinder und Familien gerichtete Entscheidung mittragen."
Aus diesem Grund wird es nach Aussagen Gerbersmanns "an uns Ratsmitgliedern und am künftigen Oberbürgermeister liegen, hier einen gesunden Mittelweg zwischen Einsparungen und Entwicklungsperspektiven der Kindergärten zu finden. Solche Entscheidungen werden in der Lenkungsgruppe und in den übrigen Ratsgremien seit Beginn der Konsolidierung von der CDU-Fraktion bewusst fast immer im vollen Einvernehmen mit allen im Rat vertretenen Fraktionen ausgehandelt. Wir haben immer nach einer möglichst breiten Basis für unsere Kompromisse gesucht. Dabei hat die SPD bisher konstruktiv mitgewirkt. Wenn sie jetzt die Gemeinsamkeiten über Bord wirft, dann ist das aus der Situation heraus verständliches Wahlkampfgetöse. Ich werde auch nach der Kommunalwahl an der Linie festhalten, die ich bereits als Fraktionsvorsitzender vertrete habe, und möglichst konsensfähige Lösungen vorschlagen, mit denen dann nicht nur Eltern und Kindergarten-Mitarbeiter, sondern auch Sozialdemokraten leben können; so wie mit dem Kindergartenerneuerungsprogramm, mit dem die CDU seit 1999 zahlreiche Kindertagesstätten saniert, modernisiert und neue finanziert hat."
Als Vater eine Sohnes betont der Christdemokrat: "Unsere Kinder und unsere Stadt sind mir zu wichtig, um sie auf dem Altar eines emotionalen Wahlkampfes zu opfern."
