Erste Hagener Nachttour stieß auf positive Resonanz
Gerbersmann: In Zukunft regelmäßige Nachttouren
Hagen - Im Rahmen einer Nachttour informierte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat Christoph Gerbersmann über Menschen, die nachts arbeiten. Begleitet wurde er auf seiner Tour vom CDU-Fraktionsvorsitzenden der Bezirksvertretung Mitte, Bernd Löwenstein und dem Fraktionsgeschäftsführer Alexander M. Böhm.
Den Auftakt machte ein Besuch bei der Druckerei Domröse, wo die Drucker auch bei Nacht die eiligen Aufträge zu Papier bringen. Wie die Prokuristin Heidrun Noll erklärte, ist das Geschäft in den vergangenen Jahren immer schwerer einzuschätzen als früher: "Hatten wir früher einigermaßen gleichmäßige Konjunkturzyklen, variiert heute das Geschäft innerhalb weniger Wochen von voller Auslastung bis hin zu Auftragsmangel. Das macht das Disponieren nicht gerade leicht. Und das ist für Geschäftsführung wie Mitarbeiter gleichermaßen belastend."
In der McDonalds Filiale in der Weststraße erfuhr Gerbersmann von Franchisenehmer Wilfried Haas, wie die verschiedenen Produkte von den Mitarbeitern zubereitet werden. Nebenbei konnte er sich ein Bild von der Logistik, den Hygienestandards und den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter machen. Mit Kaffee und BigMac gestärkt machten sich die drei Nachttourer auf den Weg zum TWB Presswerk nach Eckesey.
Begleitet vom rhythmischen Stanzen einer 1.400-Tonnen Presse, erkundigten sich Gerbersmann und seine Begleiter bei Betriebsleiter Norbert Gries über die nächtliche Arbeit und die aktuelle wirtschaftliche Situation des Werkes. Wie Gries erläuterte, habe die von Chinas Einkaufsmacht ausgelöste Stahlkrise auch Auswirkungen auf das Hagener Unternehmen: "Wir müssen jetzt viel früher disponieren als früher. Wenn dann kurzfristige Bestellungen herein kommen, brauchen wir natürlich gute Quellen, damit wir das entsprechende Material rechtzeitig zur Produktion bereitstellen können", wie Gries erläutert. Ungeachtet dessen sei das Unternehmen weiterhin auf Erfolgs- und Wachstumskurs. Besonders beeindruckt haben Gerbersmann Bilder von einer Reinigungsaktion im Werk: "Dort haben Mitarbeiter aus der Verwaltung die große Presse gereinigt. Selbst der Werkleiter ist unter die Presse gegangen und hat Stanzabfälle und Öl fachmännisch entsorgt", wie der Fraktionsvorsitzende erklärt. Das stelle ich mir auch als Oberbürgermeister vor. Ob Feuerwehr, HEB oder SEH: Ich will mir in den fünf Jahren die verschiedenen Arbeitsplätze nicht nur anschauen, sondern auch einen Tag dort unter Anleitung die entsprechende Arbeit verrichten. Nur wer das einmal gemacht hat, kann eigentlich über solche Arbeit wirklich reden."
Ein ganz besonderes "Schlüsselerlebnis" stand dem OB-Kandidaten bei der Notrufzentrale der Johanniter in der Schillerstraße bevor. Dort erfuhren er und seine Mannschaft, wie die Zentrale organisiert ist und die Notrufe abgearbeitet werden. Meistens würde Hilfe beim Zubettgehen oder beim Gang zur Toilette gebraucht. Dann schickt die Zentrale einen Mitarbeiter zum Anrufer. Für Gerbersmann ist diese nächtliche Arbeit eine unverzichtbare Hilfe: "Jeder Tag, den ältere Menschen selbst bestimmt in den eigenen vier Wänden leben können, ist ein gewonnener Tag, denn ein Leben im Heim ist in den meisten Fällen nur die zweite Wahl."
Zum Abschluss schauten die Christdemokraten bei der Bäckerei Kamp in der Schwerter Straße vorbei. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Backstube unter der Führung von Geschäftsführer Martin Kamp, wurde ihnen klar, wie anstrengend das frühe Arbeiten für den Körper ist. Sichtlich müde, wurden die drei Nachttourler dann mit heißem Kaffee und den ersten ofenfrischen Pflaumen-Datschi aufgemuntert, ehe sie dann gegen 3.30 Uhr am Morgen den Heimweg antraten. Denn wenige Stunden später mussten sie wieder ihrer jeweiligen Arbeit oder Terminen nachgehen.
"Obwohl wir alle am Ende recht müde waren, ziehe ich doch ein ausgesprochen positives Resümee. Und deshalb werde ich diese Nachttour in Zukunft regelmäßig abhalten. Ob Feuerwehr, Polizei, Bus- und Taxifahrer oder Mitarbeiter von Not- und Bereitschaftsdiensten: Diese Menschen sind es, die Nacht für Nacht dafür sorgen, dass wir uns sicher fühlen. Und andere arbeiten in Unternehmen, die ohne die Nachtschichten gar nicht existieren könnten. Diese Leistungen sollten eigentlich regelmäßig und viel deutlicher hervorgehoben werden."
