"Bahnhofshinterfahrung unverzichtbar"
Ortsunion Wehringhausen/Kuhlerkamp
Wehringhausen entwickelt sich immer mehr zum Nadelöhr des Verkehrs in Hagen. Dies ist mit einer erheblichen Belastung der Bevölkerung durch Lärm- und Abgasemissionen verbunden. Trotz der offiziellen Begrenzung des Verkehrs auf 3,5 t rollen nun vermehrt auch Schwerlastzüge über Eugen-Richter- und Buscheystraße, ohne dass es im Gegenzug zu einer nennenswerten Beruhigung des Verkehrsaufkommens im südlichen Wehringhausen gekommen wäre.
Die Realisierung der Bahnhofshinterfahrung und die dadurch herbeizuführende Entlastung der Verkehrswege sind daher im Interesse aller Wehringhausener unverzicht- und unaufschiebbar. Dies sollte - gerade im Hinblick auf die knappen Stadtfinanzen - auch bei der Planung weiterer kostenintensiver Projekte seitens der Stadt zwingend berücksichtigt werden, zumal auch die Stadt insgesamt von einer gesunden Verkehrssituation profitieren würde. Die Realisierung der Bahnhofshinterfahrung muss oberste Priorität haben.
Selbstverständlich darf selbst eine für einen Stadtteil elementare Verkehrsplanung nicht ohne Rücksicht auf die geschichtlichen Wurzeln und das historisch gewachsene Stadtbild erfolgen. Daher sind die Bedenken, die insbesondere der Hagener Heimatbund gegen den Abriss des Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Wehringhauser/Rehstraße vorgebracht hat, durchaus ernst zu nehmen. Schließlich handelt es sich bei dem Gebäude um ein Werk der bedeutenden Hagener Architekten Leopold und Heinrich Ludwigs. Es wäre allerdings für eine erfolgreiche Stadtteilentwicklung verheerend, dem Schutz eines Gebäudes allein aufgrund der Namhaftigkeit seiner Architekten und unabhängig von Zustand und Erhaltungskosten absoluten Vorrang einzuräumen. Auch zählt das Gebäude an der Ecke Wehringhauser/Rehstraße nicht - wie etwa das Verwaltungsgebäude der Spedition Schenker - zu den Hauptwerken der Architekten Ludwigs oder zu den besonders bedeutenden Vertretern des "Hagener Impulses". Ob daher eine Alternative zum Abriss in Betracht kommt, muss insbesondere unter Planungs- und Kostengesichtspunkten, weniger nach Gesichtspunkten des Denkmalschutzes beurteilt werden.
Mit Bedenken verfolgt der CDU-Ortsvorstand Wehringhausen/Kuhlerkamp den Fortschritt der Planungen, insbesondere, dass bislang keine Anträge in Düsseldorf vorliegen sollen. Daher appellieren wir an die Verantwortlichen, die Bemühungen um eine zügige, aber solide Realisierung voranzutreiben.
