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Brief der CDU-Fraktionen in den Räten Solingen, Wuppertal & Hagen:

Herrn Minister
Oliver Wittke
Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes
Nordrhein-Westfalen
40190 Düsseldorf

14. Juni 2006

Vollständiger Erhalt der ICE-Linie 43 (Dortmund – Basel)

Sehr geehrter Herr Minister Wittke,

wie Sie sicher kürzlich der Medienberichterstattung entnommen haben, plant die Deutsche Bahn AG die Kappung der ICE-Linie 43 von Dortmund nach Basel. Nach den uns vorliegenden Informationen sollen die ICE-Züge (ICE 3) zum Fahrplanwechsel im Dezember tagsüber erst in Köln beginnen.

Lediglich zu den Randzeiten sollen noch einzelne ICE-Züge erhalten bleiben.

Das hätte zur Folge, dass die ICE-Bahnhöfe Hagen, Wuppertal und Solingen künftig nicht mehr umsteigefrei über die Neubaustrecke Köln-Frankfurt an die süddeutschen Metropolregionen angeschlossen wären. Das trifft unter der Woche vorwiegend Geschäftsreisende und an den Wochenenden eine Vielzahl von Fernpendlern.

Als unzureichenden Ersatz will die Deutsche Bahn AG künftig eine Anbindung der Region mit IC-Zügen in Köln realisieren, mit einer Umsteigebeziehung von und nach Süddeutschland. Eine solche Umsteigebeziehung, das wissen Verkehrswissenschaftler in der Theorie, Fahrgäste in der Praxis, stellt eine erhebliche Verschlechterung der Reisequalität dar.

Aus diesem Grund verabschieden die Räte der Städte Solingen, Wuppertal und Hagen in der kommenden Woche jeweils gleich lautende Resolutionen. Darin wird die Bahn aufgefordert, das bisherige Fernverkehrsangebot auf der ICE-Linie 43 ungekürzt aufrecht zu erhalten. Neben den drei Kommunen, die direkt durch ihre ICE-Halte von der geplanten Kappung betroffen wären, würden auch die jeweils umliegenden Kreise tangiert, die über den Nahverkehr Anschluss an die ICE-Direktverbindungen haben. Soweit uns bekannt ist, wird von der geplanten Kappung keine andere Region im Land profitieren.

Wir bitten nun Sie in Ihrer Funktion als Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, das im Rahmen Ihrer Möglichkeiten stehende zu unternehmen, um bei der Bahn einen Sinneswandel herbei zu führen. Hilfreich wäre sicherlich eine Kontaktaufnahme mit dem Kollegen im Bund und dem Bahn-Vorstand. Die Zeit ist aufgrund der späten Information durch die Bahn denkbar knapp.

Es ist uns bewusst, dass es sich einerseits um eine unternehmerische Entscheidung der Deutschen Bahn AG handelt. Andererseits ist sie als de facto Monopolunternehmen im Schienenfernverkehr auch zu einer angemessenen Versorgung der Regionen mit Verkehrsleistungen heran zu ziehen. Aus dieser Verantwortung können wir das Unternehmen nicht entlassen.

Im Vertrauen auf Ihr Engagement, verbunden mit der Bitte um möglichst kurzfristige Reaktion verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

Bernd Krebs
Fraktionsvorsitzender Solingen

Bernhard Simon
Fraktionsvorsitzender Wuppertal

Wolfgang Röspel
Fraktionsvorsitzender Hagen

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