CDU kritisiert phantasie- und trostlose Perspektive des OB
Demnitz soll gegen Phantomzahlen des Landes vorgehen und konkrete Schritte präsentieren
Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Peter Asbeck, vermisst in den Äußerungen von Oberbürgermeister Peter Demnitz zum Einwohnerverlust Kreativität und Engagement: "Wenn ein Oberbürgermeister "beeindruckt" über eine Amtsleitertagung in Münster berichtet und dann stolz seit Jahren bekannte Fakten wiedergibt, dann habe ich wenig Hoffnung, dass er etwas in der Zukunft bewegen wird."
Besonders beunruhigend sei für Asbeck, dass sich unser Stadtoberhaupt schon mit den Phantomzahlen des Landes identifiziert und im Schrumpfen der Stadt auch noch Chancen entdecken will. Dabei vergisst er, welche finanziellen Auswirkungen ein solcher Einwohnerverlust hätte. Fehlen Hagen in 15 Jahren tatsächlich 30.000 Menschen, dann werden wir nach heutiger Berechnungsgrundlage auch 24 Mio. Euro weniger Schlüsselzuweisungen bekommen - Geld das überall fehlen wird."
Für den Vorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung, Ratsmitglied Stefan Ciupka, ist diese Perspektive erschreckend. Er warnt vor der psychologischen Wirkung der Demnitz-Aussage: "Wenn sich jemand einem Problem derart ergeben hat, dann wird er es nicht lösen, sondern zu dessen Opfer werden. Das wäre für uns alle verhängnisvoll."
Dabei ist für Peter Asbeck "unsere Ausgangslage gar nicht ungünstig: In den letzten 5 Jahren ist die Stadt schon wesentlich attraktiver geworden. Das war zwar auch mit viel Mühe verbunden, aber es hat sich gelohnt."
Dieser Mühe will sich der neue OB offensichtlich nicht unterziehen, wie Asbeck vermutet: "Statt dessen hören wir die bekannte Ankündigungsrhetorik, dass man zwar noch nicht konkret wisse, was man tun wolle, das aber offensichtlich mit aller Entschlossenheit. Außerdem übersieht er das Abwanderungsproblem. Er hat also den Bevölkerungsschwund nicht voll begriffen."
Als richtig bezeichnete Asbeck hingegen, dass sich Hagen weiterhin intensiv um seine jungen Familien kümmern müsse. Das Baugebiet Erlhagen, das wir in der letzten Legislaturperiode auf den Weg gebracht haben, war ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Denn Familien brauchen nicht nur Kindergärten, sondern auch bezahlbare Eigenheime. Wenn sie beides zusammen nur im Umland finden, dann wird aus einer Hagener Familie schnell eine Breckerfelder." In der Region seien in den vergangenen 20 Jahren die Gemeinden um Hagen gut gewachsen, weil die hiesige SPD mit ihrer Verweigerungshaltung bei der Ausweisung neuer Wohngebiete ihnen jede Entwicklungsmöglichkeit verwehrt habe. Ab und zu kämen diese Familien dann wieder nach Hagen, wie Asbeck weiß: "Zum Einkaufen."
Auch der Fraktionsvorsitzende Christoph Gerbersmann sieht gute Chancen für das Oberzentrum Hagen: "Die Ansprüche an eine umfassende Versorgungsstruktur werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Das werden kleine Kommunen kaum noch alleine schultern können und den Städten wieder mehr Zulauf bescheren."
Deshalb gibt es für Peter Asbeck keine Alternative zu einem attraktiven Hagen. "Ich beantrage lieber Fördergelder für die Fortentwicklung der Stadt, als irgendwann eine Beerdigung erster Klasse finanziert zu bekommen." Bund und Land befinden sich in einem Zielkonflikt: "Sie können nicht alle Kommunen gleichmäßig unterstützen. Wenn wir uns selbst als sterbende Stadt präsentieren, dann werden wir im günstigsten Fall noch Mittel bekommen, um diesen Prozess abzumildern. Unsere Bildungs- und Kultureinrichtungen werden das nicht überleben. Wenn das die vom Oberbürgermeister in Aussicht gestellte Chance sein soll, dann fehlen eigentlich nur noch die Termine für die Trauerfeier und die Beisetzung."
