Kräftiger Rückenwind aus Bayern für Gerbersmann
Hagen. (ko) Das war der große Tag des Helmut Diegel. Erst war der Hagener CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete gestern Abend mit überwältigender Mehrheit erneut als Kandidat für die Landtagswahl 2005 nominiert worden, dann konnte er in der Stadthalle den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber begrüßen. Ein Auftritt, den Diegel mit seinen guten bundespolitischen Kontakten eingefädelt hatte.
Der letzte bayerische Regierungschef, der in Hagen zu Gast war, war vor vielen Jahren Franz-Josef Strauß. Dem war damals die "Kette des Goldenen Humors" verliehen worden. Gestern Abend war die Stimmung unter den vielen hundert Besuchern zwar auch aufgeräumt, aber es war keine Passau-Rede, mit der Edmund Stoiber seine Zuhörer unterhielt. Es war vielmehr eine kritische Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation in Deutschland, wirtschaftlich wie politisch. Aber es war auch eine Rede, mit der Stoiber durchaus die Herzen der Besucher erreichte. Beispielsweise dadurch, dass er mehr Liebe für Deutschland einforderte. Die sei nötig für einen gemeinsam Kraftakt, um die derzeitigen Probleme des Landes zu überwinden. Die Angst vor Veränderungen müsse überwunden werden.
Zur allseitigen Überraschung war Edmund Stoiber, der auf die Minute pünktlich in die Stadthalle einzog, ausgesprochen gut über den Oberbürgermeister-Kandidaten der Hagener CDU informiert. Er pries Christoph Gerbersmann als erfahrenen Kommunalpolitiker, der sozusagen die neue CDU in den nordrhein-westfälischen Gemeinden repräsentiere: kompetent und bürgernah.
Der Kandidat hatte sich vor dem Stoiber-Auftritt in einer Talkrunde zu seinen politischen Zielen geäußert. Als wichtigstes Anliegen nannte Gerbersmann dabei, den Bevölkerungsschwund in Hagen zu stoppen. Deshalb müsse die Stadt noch attraktiver werden, für ansiedlungswillige Unternehmen ebenso wie für die Menschen. Sein Traum sei es, 1000 neue Arbeitsplätze nach Hagen zu holen. Auch zur Mehrzweckhalle äußerte sich Christoph Gerbersmann. Sie sei eine Vision, die hoffentlich wahr werde.
Gerbersmann nutzte die Gelegenheit auch, um öffentlich klarzustellen, dass mit ihm weder der Verkauf der HGW, noch die unterstellten Einschnitte bei den Kindergärten zu machen seien. Im Kindergartenbereich gäbe es noch viel Diskussionsbedarf.
