Standort-Vorteile im Gewerbegebiet Herbeck geben Ausschlag
Weltmarktführer verlegte Logistikzentrum nach Hagen
Hagen. Die Stadt zwischen Sauerland und Ruhrgebiet ist auch als Wirtschaftsstandort weit besser als ihr Ruf. Dies stellte der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Christoph Gerbersmann, fest und wurde neugierig, warum sich Firmen von Weltruf an Lenne und Volme ansiedeln. Doch nicht nur Schönfärberei liegt ihm dabei am Herzen, es geht ihm auch nicht darum, Streicheleinheiten seitens der Firmen einzusammeln. Der CDU-Mann möchte auch gern wissen, was man in Hagen bei der Neuansiedlung gut gemacht hat und was sich noch verbessern lässt.
Zu diesem Zweck besuchte er die Firma Engel im Sudfeld. Dorthin hatte der Weltmarktführer für Spritzgußmaschinen für die Kunststoffbranche vor wenigen Wochen sein Logistikzentrum verlegt. Vorher war dieses 25 Jahre lang in Köln angesiedelt. Geschäftsführer Rolf Saß hat für den Ortswechsel ein paar logische Gründe: "Wir sind zum einen viel näher an unseren Kunden, die zu einem großen Teil aus der Automobilzulieferindustrie stammen, zum anderen ist die Anbindung an die Autobahnen einfach optimal". Die Planung und Zusammenstellung der Anlagen für Deutschland erfolgt in Hagen. "Wir sehen diese Niederlassung als Pilotprojekt an, das auch auf andere Länder übertragen werden kann", so Saß. Ob es Kunden sind, die zu Schulungen und Konferenzen schneller an- und abreisen können, oder Mitarbeiter, die von Hagen aus zügig in alle Richtungen agieren können, alle sind zufrieden. Das Umfeld wie die Nähe zu den Hochschulen, zum Arcadeon als Konferenzzentrum und die Möglichkeit, im neuen Industriegebiet die nötige Entfaltungsmöglichkeit zu haben, spielte auch eine Rolle. Auf dem 8000 m² großen Grundstück besteht noch eine Erweiterungsmöglichkeit für zwei weitere Hallen Dass diese auch einmal benötigt werden, ist nach Ansicht des Geschäftsführers nicht unwahrscheinlich, zumal die Firma weiter wächst. Der Personalbestand von derzeit 50 Beschäftigten soll weiter aufgestockt werden. Weltweit beschäftigt das österreichische Unternehmen 3200 Menschen, der Gesamtumsatz lag im letzten Jahr bei rund 600 Mio. Euro. Der Schuh drückt - bei aller Zufriedenheit mit dem neuen Domizil in einer transparenten und lichtdurchfluteten Industriearchitektur - bei der noch nicht vorhandenen Möglichkeit, einen optisch zum Gebäude passenden Werbemasten aufzustellen. Der müsste mindestens 20 Meter hoch sein, um von der Autobahn aus über den Lärmschutzwall hinaus sichtbar zu sein. "Unsere Kunden kommen dort fast täglich vorbei und es wäre schön, uns auf diese Weise dezent ins Gedächtnis zu rufen", begründet der Geschäftsführer, der selbst an der Märkischen Fachhochschule studiert hat, seinen Wunsch. Dies fand auch Christoph Gerbersmann nicht abwegig und will sich nun dafür einsetzen, dass eine entsprechende Ausnahmeregelung im Bebauungsplan ermöglicht wird. Schließlich, so ist man sich einig, gibt es ähnliche Werbemasten ja auch im nur wenige hundert Meter entfernten Lennetal.
