Bewährtes Konzept nicht der Ganztagsgrundschul-Betreuung opfern!
CDU für Erhalt der Kinderhorte
Hagen. Wenn ab 2007, wie geplant, die Kinderhorte in Hagen wegfallen, so hat dies nichts mit dem Sparkonzept der Stadt Hagen zu tun, versichert der sozialpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Wolfgang Röspel. "Hier geht es um die Finanzierung der vom Land NRW geforderten Ganztagsgrundschulen", stellt er klar. In den nächsten drei Jahren will das Land für 25 % aller Grundschulkinder bis zum 10. Lebensjahr einen Betreuungsplatz anbieten. Dies habe zur Folge, dass andere, bewährte Betreuungsformen aufgelöst werden müssen. "Dies halten wir für sehr bedenklich", so Röspel und macht in diesem Zusammenhang die anstehende Veränderung deutlich. "Ganztagsbetreuung statt Hort bedeutet, dass 25 Kinder pro Gruppe betreut werden statt bisher 20. Zudem stehen dann statt bisher 2 Fachkräfte im Hort nur noch eine halbe Fachkraft pro Gruppe zur Verfügung."
Neben dieser Verschlechterung der Betreuungsintensität würden die bisher bestehenden Angebote für Kinder über 10 Jahre, die eine weiterführende Schule besuchten, nicht mehr vorhanden sein. Hier werde die Qualität eines verbindlichen und erprobten Erziehungs- und Bildungskonzeptes einer Lösung geopfert, die mit ungeregelten Standards auf möglichst hohe Quantität setze, argumentiert er weiter. Von individueller Förderung der Kinder könne dann wohl kaum die Rede sein. Seine besondere Sorge gilt jenen Schulkindern, die einen höheren Betreuungs- und Förderbedarf haben. "Die Horterziehung ist ein effektives pädagogisches Instrument zur Erziehung und Bildung der Kinder, sowie zur Stabilisierung der Familie", ist er überzeugt. Auch an schulfreien Tagen und in den Ferien werden die Kinder dort betreut. Daher plädiert die CDU auch für eine weitere Kooperation der Schulen und Jugendhilfe in einer gleichwertigen Partnerschaft. Die Kinder am Nachmittag innerhalb der Schule nach oberflächlichen Konzepten zu betreuen, werde dem wirklichen Bedarf nicht gerecht. "Erst die Trennung von Schule und außerschulischer Förderung wie im Hort ermöglicht es vielen Kindern, wesentliche Entwicklungschancen unabhängig von schulischen Erfolgen wahr zu nehmen", argumentiert der Sozialexperte. Das Prinzip der Ganztagsgrundschule klammere somit viele Vorteile aus, die das bisherige System erfolgreich machen.
