Beamte in Hoheleye bleiben als Ansprechpartner erhalten
CDU-Ratsfraktion: Mehr Polizeipräsenz in Hagen zugesichert
Hagen. Zwar ist Hagen nicht mehr in der absoluten Spitzenposition, wenn es um die Kriminalitätsstatistik der NRW-Großstädte geht, dennoch leben die Bürger hier nicht in einer Hochburg des Verbrechens. "Hagen ist nicht plötzlich ein Hort des Verbechens geworden," versicherte Michael Hofmann, der Polizeidirektion zuständig für die Projektgruppe "Kriminalitätsstatistik". Nachdem die beunruhigende Auswertung der jüngsten Statistik vorgelegt worden war, wollte die CDU-Ratsfraktion konkret wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um das Sicherheitsempfinden der Hagener zu verbessern.
Besonders mit Blick auf die anstehende Zusammenlegung der Polizeiinspektionen und Verlegung der Hauptwache auf die Prentzelstrasse sei es ganz im Sinne der verstärkten Polizeipräsenz in Hagen, wenn die Beamten auf ihrem Weg zu den Revieren, die sie per Streifenwagen betreuen, vielfach in der Innenstadt in Erscheinung träten und nicht allein für den Bürger zu sehen seien. Eine verschärfte Wachsamkeit auf der Straße soll gewährleistet werden, so weit dies mit den zur Verfügung stehenden Beamten machbar ist. Auch hier sei die Zusammenlegung der Inspektionen ein Vorteil. So müssen nicht zwei Wachen in Hagen mit 24-Stunden-Diensten betreut werden. "Jede Stelle, die rund um die Uhr besetzt ist, bindet sechs Beamte", rechnete der Fachmann vor. Nur so können Urlaubs-, Frei- und Ausfallzeiten kompensiert werden. Bei einer Wache weniger, die es zu besetzen gilt, bedeute dies andererseits, dass mehr Beamte zur Verfügung stehen, die vor Ort in den Stadtteilen aktiv werden können. Dennoch soll die Hoheleye nicht zum verwaisten Posten mutieren. Derzeit wird daran gearbeitet, in welcher Form es möglich ist, ständig für den Bürger ansprechbar zu sein, ohne dass eine vollständige Wache bereit gestellt werden muß. Ein ständig besetztes "Bürger-Center" soll nach einer kurzen, hierfür notwendigen Umbauphase entstehen. "Zu wenig", wie Christoph Gerbersmann meint, "es gilt, seitens des Landes deutlich mehr zu tun, um dem allgemeinen Mangel an Polizisten dauerhaft zu begegnen". Zwar sollen die insgesamt 468 Beamten der Polizei in Hagen, davon 120 Kriminalbeamte, die in der Volmestadt ihren Dienst tun, künftig effektiver eingesetzt werden, versicherte der Experte, ohne sagen zu können, ob dies im Sinne einer optimalen Versorgung ausreiche. "Das Sicherheitsgefühl des Bürgers und die wirkliche Kriminalität sind zweierlei", sagte er. Daher soll die sichtbare Präsenz der Polizei deutlicher wahrnehmbar werden. So pflichtete der Polizeiexperte durchaus der Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christoph Gerbersmann bei, dass die Bürgernähe der Polizei sich kaum in der Wahrnehmung "vorbei huschender Streifenwagen" widerspiegeln könne. Seiner Forderung: "Uniformierte Beamte sollten nicht allein im Auto zu sehen sein", stieß auf Zustimmung. Festgelegte Haltepunkte der Streifenwagen und Bezirksbeamte als Eckpfeiler des Präsenz-Konzeptes wären, so waren sich die Beteiligten einig, deutlich wirkungsvoller. Gegen die steigenden Zahlen der Delikte in Hagen soll auch die von der CDU angeregte Wiederbelebung der Ordnungspartnerschaften zwischen Stadt und Polizeibehörde helfen. "Es gilt, das Sicherheitsempfinden der Bürger einerseits zu verbessern, andererseits aber auch effektiver gegen die steigende Zahl der Delikte in Hagen vorzugehen", lautete das Fazit der Diskussion.
